Infektiöse Anämie jetzt auch in Bayern angekommen: 3 Pferde im Landkreis Donaus-Ries betroffen – bisher alles Polopferde

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, ist die Infektiöse Anämie (EIA) mittlerweile auch in Bayern aufgetreten. Am gestrigen 28. Juni wurde die Infektion bei drei Pferden in einem Betrieb in Tagmersheim / Landkreis Donau-Ries amtlich festgestellt. Der betroffene Betrieb wird für drei Monate gesperrt; im Umkreis von einem Kilometer wurde ein Sperrbezirk eingerichtet. Seit Anfang Juni sorgt EIA damit wieder für Schlagzeilen: im Landkreis Verden (Niedersachsen) war damals ein ein Fall aufgetreten. Letzte Woche folgte ein weiterer in Düsseldorf-Kalkum in Nordrhein-Westfalen. Dann kamen neue Fälle in Bad Bentheim (Niedersachsen) und in Hamburg dazu. Interessant dabei: soweit uns bekannt ist, sind alle betroffenen Pferde Polopferde (hierzu ein sehr interessanter Beitrag).

Die Infektiöse Anämie der Einhufer (EIA) zählt zu den gefürchtetsten Pferdekrankheiten – zum einen, weil sie meist tödlich ist, vor allem aber, weil im Falle eines positiven Tests die betroffenen Pferde umgehend getötet werden müssen. Eine Impfung und Behandlung ist in Deutschland nicht erlaubt. Das sollten Sie zum Thema wissen:

  1. EIA ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Einhufer betrifft, also Pferde, Esel, Maultiere und Zebras.
  2. Die Übertragung des Virus erfolgt vor allem über Bremsen und andere blutsaugende Insekten. Eine direkte Infektion ist sehr selten. Da infizierte Pferde das Virus zeitweise über Speichel und andere Körperflüssigkeiten ausscheiden,  besteht eine gewisse Gefahr, dass die Infektion auch auf indirektem Weg erfolgen kann. Das Virus bleibt in getrocknetem Blut bis zu sieben Monate infektiös, in Harn und Kot bis zu zwei Monate.
  3. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen einige Tage bis drei Monate. Bei akutem Verlauf sind Fieber, punktförmige Einblutungen in der Schleimhaut, blasse Schleimhäute, Schwäche und Appetitlosigkeit typisch. Die Erkrankung kann aber auch chronisch sein und sich hier vor allem durch Konditionsmangel und immer wieder auftretende Fieberschübe zeigen. Manchmal verläuft EIA aber auch völlig ohne Symptome. Auch nach überstandener Erkrankung bleibt das Pferd sein Leben lang Virusträger und damit Ausscheider.
  4. Nachweis: Coggins Test auf spezifische Antikörpern (Agar-Gel-Immuno-Diffusions-Test / AGIDT) oder mittels ELISA (Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay). Ein positives oder fragliches ELISA-Ergebnis muss stets durch einen Coggins-Test bestätigt werden. Bei sicher positivem Ergebnis wird das infizierte Pferd getötet und der Bestand gesperrt. Alle Einhufer im Bestand sowie in Kontaktbetrieben müssen getestet werden.
  5. Was ist zu tun bei Verdacht auf EIA? Der Tierarzt wird unverzüglich den Verdacht beim zuständigen Veterinäramt anzeigen, das die entsprechenden Maßnahmen einleitet (Quarantäne verdächtiger Pferde, Sperrungen und Beschränkungen von Transporte etc. )
  6. Was passiert im Sperrbezirk? Hier müssen alle Pferde aufgestallt und einem Coggins-Test unterzogen werden. Auch hier werden infizierte Pferde umgehend getötet, Alle anderen werden nach drei Monaten nachgetestet. Die Sperrung wird erst aufgehoben, wenn alle Pferde auch im Nachtest negativ sind.
  7. Vorbeugung: Insektenbekämpfung; generelle Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen

 

 

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