Cody Sapergia jetzt bei Craig Schmersal

(Ramona Billing) Million Dollar Rider  und NRHA World Champion Open Cody Sapergia trainiert jetzt bei Craig Schmersal. Der Canadian Trainer of the Year 2007 ist multiple Futurity und Derby Champion und hat mittlerweile über $ 1,1 Millionen NRHA LTE. „

“ We are excited to announce the addition of NRHA Million Dollar rider Cody Sapergia“, so die Schmersals. „Together Craig and Cody can offer our clients TWO Level 4 caliber trainers making sure your horse gets all the best training and showing to be had.“ Damit stehen den Kunden des Schmersal Betriebs zusammen geballte fast $ 4,5 Millionen NRHA LTE an Trainer Power zur Verfügung.

Anmerkung der Redaktion: Wir freuen uns sehr für Cody Sapergia, auch wenn sein Wegzug aus Europa ein schwerer Verlust ist! Cody arbeitete bis Anfang 2016 auf der Anlage von Jacpoint QH in Lermoos / Tirol. Dort führte ich fürs QHJ ein Interview in Sachen Show Ring Strategien mit ihm, das hier nochmals erscheinen soll:

Gotta Gold Chain_Cody SApergia_USA

Foto: Art & Light

Foto: Art & Light

 

„Reiter sein, nicht nur Passagier!”

Show Ring Strategien mit NRHA Million Dollar Rider Cody Sapergia

Gutes, pferdegerechtes Training ist eine Kunst; ebenso eine Kunst ist es, ein Reiningpferd in der Show Arena optimal zu präsentieren. Beides zusammen bei einem Trainer zu finden, ist nicht leicht. Einer, der beides wirklich versteht, ist der Kanadier Cody Sapergia. Der NRHA Million Dollar Rider und NRHA World Champion Open ist auf der Anlage von Jacpoint Quarter Horses in Lermoos, Tirol, zuhause. Wir haben ihn besucht und eine Woche mit ihm trainiert, und um es kurz zu machen: auch der weiteste Weg nach Lermoos lohnt sich! Wir trafen einen Horseman durch und durch, der nicht nur ein hervorragender Reiter und Trainer ist, sondern auch ein glänzender Lehrmeister. Für die Show Arena hat er eine ganze Reihe wertvoller Tipps.

  1. Kontrollieren Sie die Pattern und schauen Sie voraus
    „Die meisten Probleme in der Show Arena kommen dadurch, dass der Reiter mehr reagiert als handelt, also gewissermaßen hinter dem Geschehen zurückbleibt“, so Cody Sapergia. „Anstatt ihr Pferd richtig und konsequent zu reiten, sind sie in Gedanken noch bei dem, was beim letzten Manöver schief ging. So kann man aber nicht showen.“ Sein Tipp: Handeln ist immer besser als reagieren. „Der Reiter muss die Pattern stets unter Kontrolle haben und das Pferd von Manöver zu Manöver steuern. Keinesfalls an einen gerade gemachten Patzer denken, sondern selbstbewusst nach vorn reiten.“
  2. Analysieren Sie die Stärken und Schwächen Ihres Pferdes und planen Sie Ihre Pattern entsprechend
    Jedes Pferd hat Stärken und Schäwchen; manche Manöver klappen besser als andere. Entsprechend muss man es showen. „Natürlich arbeiten wir zuhause daran, dass das Pferd immer besser wird, aber nicht alles klappt auf einmal“, so Cody. „Also schon zuhause darauf achten, wo die Stärken bzw. Schwächen des Pferdes liegen und entsprechend vorbereitet sein. Im Show Ring darf man keine Perfektion erwarten. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass mein Pferd auf dem Zirkel an einer Stelle lehnt, muss ich darauf vorbereitet sein, dass es das auch in der Prüfung tun wird und eine entsprechende Gegenstrategie haben. Man darf das Problem nicht einfach geschehen lassen, sondern muss sein Pferd aktiv durch die Pattern führen.“ Cody empfiehlt, dass man die Pattern und die dabei potentiell auftretenden Probleme im Vorfeld analysiert und eine Strategie entwickelt, damit das Problem erst gar nicht zum Tragen kommt. „Es ist nicht fair, alles dem Pferd zu überlassen. Sie müssen es schon reiten, führen… Wenn Sie das Pferd zum Zweifeln bringen, was jetzt zu tun ist, wird es seine eigene Wahl treffen – und stimmt nicht immer mit dem überein, was wir uns wünschen.“
  3. Die Pattern visualisieren, nicht nur auswendig lernen
    Ein weiterer sehr guter Tipp des World Champions ist es, die zu reitende Pattern nicht nur aus dem Rule Book auswendig zu lernen, sondern sich aktiv vorzustellen, wie man sie in der Arena reitet – also so, als säße man auf dem Pferd und wäre in der Prüfung. „Man sollte die Pattern im Geist durch reiten und sich dabei vorstellen, wo es potentielle Probleme geben könnte. Ich will für jeden Schritt, den mein Pferd in dieser Pattern geht, einen Plan haben und entsprechende Vorkehrungen treffen – zum Beispiel die Zügel zu verkürzen, bevor ich das brauche.“
  4. Keine Panik bei einem Patzer
    „Wenn etwas nicht so läuft wie geplant, dann nur keine Panik“, empfiehlt Cody Sapergia. „Immer ganz ruhig und schauen, dass man das Pferd wieder an die Hilfen bekommt –  dass es also wieder ganz bei einem ist. Und dann aktiv weiter mit der Pattern. Nicht alles, was der Reiter vermeintlich als misslungen empfindet, nimmt der Richter auch wahr. Also lassen Sie ihn nicht merken, dass da gerade etwas nicht so gut gelaufen ist.“ Zum Schulen sollte man laut Cody eigentlich nur dann übergehen, wenn einem das Pferd in der Prüfung wegläuft und man es nicht halten kann. „In diesem Fall sollte man dies den Richtern durch Antippen an den Hut und damit Entschuldigung anzeigen. Ansonsten heißt es aber: einfach nach vorn schauen und weitermachen. Der Richter richtet jedes einzelne Manöver, also kann man einen schlechten Turn around immer noch durch gute Arbeit auf den Zirkeln oder tolle Stops wettmachen. Sie bestimmen das Geschehen, aber dazu müssen Sie Ihr Pferd auch führen. Seien Sie ein Reiter, nicht nur ein Passagier!“
  5. Vertraue Deinem Training!
    Zuhause werden die ‚Hausaufgaben‘ gemacht und damit die Basis für die Show. Das heißt aber auch, dass man dann auf das gemachte Training vertrauen muss. „Die Vorbereitungen für die Show werden zuhause getroffen, sei es vom Training her wie auch mental. Trotzdem muss man im Show Ring genauso hart arbeiten wie im Training, denn dort muss man dafür sorgen, dass man das Trainierte auch optimal präsentiert.“

 

  1. Visualisierung und Planen gegen Lampenfieber
    Wenn es um etwas Entscheidendes geht, kann sogar der erfahrenste Profi noch nervös werden. Hier hilft es, wenn man sich für zehn Minuten an einen ruhigen Ort zurückzieht und sich bewusst versucht zu entspannen. „Die beste Hilfe gegen Nervosität ist aber, dass man die Pattern genau visualisiert und einen Plan hat“, so Cody. „Also einfach im Geist immer wieder durchgehen, bis man sicher ist.“

 

  1. Showen lernt man nur durch Showen
    Einsteiger in den Reiningsport sind häufig unsicher, ob sie schon gut genug für eine Prüfung sind. Cody Sapergia sieht dies sehr unkompliziert: „Einfach anfangen“, lautet sein Tipp. „Man sollte wirklich so früh wie möglich mit dem Showen beginnen, denn Showen lernt man nur durch Showen. Sehr häufig denken wir, dass wir besser sind, als dies tatsächlich der Fall ist. Die Show gibt uns das perfekte Feedback dafür, wo wir tatsächlich in unserem Training stehen und was wir verbessern sollten.“

 

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