Österreich meldet ersten Fall von West-Nil-Virus

Wie die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit mitteilte, ist Anfang September bei einem Pferd aus einem Wiener Reitstall eine Infektion mit dem West Nil Virus (WNV) festgestellt worden. Es ist das erste Mal, dass in Österreich WNV bei einem Pferd aufgetreten ist. Weitere Infektionen wurden ausgeschlossen. Das Pferd wurde mittlerweile wieder als gesund aus der Klinik entlassen.

Seit 2008 konnte WMV immer wieder einmal Greifvögeln, Wassergeflügel und Stechmücken sowie beim Menschen nachgewiesen werden. Das West-Nil-Virus gehört zur Familie der Flaviviren, aus der auch das Gelbfiebervirus stammt. Es  wurde erstmals in Uganda um 1937 bei einem Menschen entdeckt.  Weitere Infektionen folgten: Israel 1957, Algerien 1994, Rumänien 1996/97, Tschechien 1997, Kongo 1998, Russland und Nordamerika 1999, Israel 2000, Italien 2008, Österreich Oktober 2008.  1960 wurden die Antikörper erstmals in Algerien und Frankreich bei Pferden nachgewiesen. Im Jahre 2002 gab es in den USA über 4.000 Infektionen beim Menschen, 300 davon endeten tödlich. Im selben Jahr erkrankten in den USA rund 15.000 Pferde an dem Virus. Natürliche Reservoirwirte sind Vögel; die Übertragung erfolg durch Mücken der Gattung Culex ssp. Eine direkte Übertragung zwischen Pferd und Pferd bzw. Mensch und Pferd gibt es nicht.

Die Symptome sind anfangs teilweise sehr unspezifisch und werden daher leicht anderen Krankheiten zugeschrieben. Beim Menschen beginnen sie grippeartig. Es können zum Beispiel hohes Fieber und neurologische Ausfälle auftreten.  Es folgen Appetitlösigkeit, Sehstörungen, Krämpfe, Hinterhandschwäche und Festliegen. Manchmal verläuft die Infektion auch symptomlos. Der Nachweis über eine Blutentnahme (Serum). Das Virus lässt sich aber auch im Hirnwasser und anderen Geweben feststellen. Die Erkrankung ist anzeigepflichtig. Eine gezielte Behandlung gibt es nicht, es können lediglich die Symptome gelindert werden.Die Sterberate bei neurologischen Ausfällen liegt bei etwa 40 %.

Das Gute daran: es gibt einen wirksamen Impfschutz, der in den USA mittlerweile so gängig ist wie bei uns die Influenza-Impfung und dort flächendeckend eingesetzt wird. Dieser Impfstoff der Firma Fort Dodge ist mittlerweile auch in Deutschland zugelassen.  Es erfolgt eine Grundimmuniserung, bei der das Pferd zwei Mal im Abstand von 3 – 5 Wochen geimpft wird.

Quelle: AHO / Vetion

 

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