Familiensache – die Grenzlandranch in Schweix

Fotos: privat / Western Journal

Grenzlandranch

 

Am Tor zum Wasgau, im deutsch-französischen Grenzgebiet befindet sich die Grenzlandranch der Familie Diebold. Schon auf dem Weg ins fast 400 m hoch gelegene Schweix kann ich mich an der schönen Landschaft, den Tälern und Schluchten erfreuen.

Wenn man dann in Schweix angekommen durch die Gartenstrasse fährt, fragt man sich zunächst, wo denn hier einen Ranch sein soll. Aber das Neubaugebiet hat auch ein Randgebiet, das an Wiesen und Felder grenzt und so fängt die Ranch gleich hinter dem Wohnhaus der Diebolds an. Hier findet man eine Stallanlage für 20-30 Pferde, einen Reitplatz, eine kleine Reithalle, einen Round Pen und ein weitläufiges Areal von 30 Hektar.

Die Diebolds waren aber nicht immer den Westernpferden verfallen. Hier fing es erst mal klassisch und mit Warmblütern an. Etwas später begannen sie, Araber zu züchten.
Bei einem Schnupperkurs im Westernreiten mit Klaus Ditzig  fingen Gerd und Elke dann Feuer. Der Kurs beeinflusste quasi ihre zukünftige Ausrichtung in der Reitweise und Zucht.
Zunächst stellten sie ihre Araber auf´s Westernreiten um und nahmen nun an unterschiedlichsten Kursen teil. Sie machten gemeinsam das erste Reitabzeichen bei der EWU.

 

Frei nach dem Märchen „Sieben auf einen Streich“, kamen sie schließlich an ihre ersten Quarter Horses. Es war ein Kuhhandel, denn ihr Viehhändler, der normalerweise ihre Rinder zum Schlachten abholte, bot ihnen eine kleine Herde Quarter Jährlinge an. Elke Diebold kann sich noch ganz genau erinnern, als die ersten, stark vom Transport verängstigten, menschenscheuen Jährlinge aus dem LKW des Viehhändlers lugten. Aber mit ihrer großen Geduld und viel Liebe, hat sie die Pferde prima hinbekommen.

Dann ging alles Schlag auf Schlag. Gute Zuchtstuten mussten her – und die fand sie dann bei den Leckebuschs in Nümbrecht. Noch heute züchtet sie hier mit 3 Quarter Stuten und einer Paint Stute. Ein Glücksfall war dann auch der Kauf von DOUBLE CROWN SMOKY, ein direkter Dox Cash N Hand – Sohn, den Elke Diebold zurzeit schonend und vielseitig ausbildet. Er wird die Ranch als Deckhengst ergänzen.

 

Elke Diebold´s unsagbare Geduld ist ihr auch heute noch jeden Tag eine große Hilfe, denn sie nimmt sich besonders gerne den Pferden an, bei denen „Hopfen und Malz“ verloren zu sein scheint. Sie hat bereits vor 10 Jahren die Prüfungen zu den EWU Trainerscheinen C und 4 Jahre später den Trainerschein B abgelegt. 2004 folgte dann der Pferdewirtschaftsmeister in Zucht und Haltung, den sie mit Auszeichnung ablegte.  Ihre Zucht und Pferdeausbildung basiert somit auch auf einem stabilen, fundierten Wissen.

 

 

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Philosophie ist die artgerechte Haltung. Alle Pferde auf der Grenzlandranch genießen förmlich ihre Offenstallboxen, saubere und trockene Ausläufe und haben Rauhfutter satt. Sie leben in Herden, im Sommer ganztägig draußen.

Wichtig ist die Frischluft – Stauballergiker können davon ein Lied singen. Die hohe Lage des Ortes Schweix tut das ihrige dazu, dass sich besonders „Stadt- und Reitstallpferde“ hier mal richtig frei atmen können. Die Grenzlandranch bietet den besonders „staubgeschädigten“ Pferden praktisch eine Reha an.
Neben der klassischen Schulmedizin schwört Elke Diebold auf alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Homöopathie und Osteopathie. So arbeitet sie ganz eng mit einer ansässigen Heilpraktikerin zusammen.

 

 

Neben der Zucht von Westernpferden, der Ausbildung und Schulung von Pferd und Reitern waren die Diebolds maßgeblich an dem Auf- und Ausbau eines Wanderreitstationennetzes in der Pfalz beteiligt. „Die Pfalz zu Pferd“, bei der Gerd Diebold heute noch Vorsitzender ist, ist mittlerweile ein Netzwerk von 28 Wanderreitstationen. In diesem Zusammenhang stellt die Grenzlandranch spezielle, mehrtägige geführte Ritte durch das Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald und Nordvogesen zusammen. Dies ist auch die eigentliche Passion des Forstbeamten.

Aber ohne den Einsatz der ganzen Familie wäre der Betrieb eines solchen Unternehmens nicht möglich. Nicht nur in der Erntezeit müssen auch die 3 Söhne mal ran. Das Futter (Heu und Heulage) wird selbst hergestellt.
Praktisch verhält sich da auch die Berufswahl des Nachwuchses:  ein Landmaschinenmechaniker, ein Industriemechaniker und ein Informationselektroniker – da bleibt so schnell kein Traktor stehen und wenn doch, ist das Problem im Handumdrehen gelöst. Um die Webseite kümmert man sich auch selbst. So hat jeder auf der Ranch seinen festen Platz und seinen Verantwortungsbereich.

 

 

www.grenzlandranch.de

 

 

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