West Nil Virus: StIKo empfiehlt Impfung in betroffenen Gebieten

Foto: Adrian Bozai, www.fotokultab.de

Ende August 2018 wurde in Deutschland erstmals eine West-Nil-Virus (WNV)-Infektion festgestellt. In der Region Halle/Saale war ein Bartkauz betroffen. Weitere Vögel folgten. In Brandenburg gab es dann den ersten Todesfall aufgrund der Infektion bei einem Pferd. In Bayern hat sich ein Tierarzt mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Obduktion eines infizierten Vogels angesteckt. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) jetzt, Pferde in bereits betroffenen Gebieten zu impfen. Die Grundimmunisierung sollte vor Beginn der nächsten Mückensaison abgeschlossen sein. Sollte sich das Virus weiter ausbreiten, wird die Empfehlung wohl auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt.

Was ist das West-Nil-Fieber?

Das West-Nil-Virus (WNV) stammt aus Afrika und wird durch blutsaugende Mücken übertragen. Der natürliche Wirtskreislauf läuft zwischen Vögeln und Stechmücken. Pferde und Menschen gelten als sogenannte ‘Fehlwirte’ (dead end hosts), sie können infiziert werden, geben das Virus aber nicht weiter. Mittlerweile ist das West-Nil-Fieber Virus fast auf der ganzen Welt verbreitet: Afrika, Asien, Nordamerika und Europa. In den letzten Jahren traten in Griechenland, Serbien, Italien, Ungarn, Rumänien, Israel, Spanien, Portugal und Österreich Fälle auf, oftmals waren ebenfalls Menschen von der Infektion betroffen.

In den meisten Fällen verläuft die Infektion beim Pferd symptomlos. Bei einigen kommt es jedoch zu starken neurologischen Symptomen wie Stolpern, Nachhandlähmungen, Muskelzittern, Schwäche bis zum Festliegen. Ein Teil der Infektionen kann tödlich verlaufen. Seltener zeigen die Pferde eine fiebrige Allgemeinerkrankung. In Deutschland sind für Pferde aktuell drei Impfstoffe zugelassen.
Auch beim Menschen verlaufen etwa 80 Prozent der Infektionen symptomlos. Bei den übrigen 20 Prozent kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber. Bei weniger als einem Prozent der infizierten Personen kann es zu schweren Verlaufsformen mit einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung kommen, die in seltenen Fällen (vor allem bei älteren Patienten) tödlich enden kann. Humane Impfstoffe stehen nicht zur Verfügung.

Was kann man gegen West-Nil-Virus-Infektionen tun?

Die West-Nil-Virus-Infektion ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Bei Verdacht muss der Amtstierarzt umgehend verständigt werden.

Importierte Pferde aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

Die Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten
(Repellentien) ist empfehlenswert. Auf Weiden und Paddocks sollte kein
Wasser stehen, um gegebenenfalls eine Vermehrung infizierter Stechmücken
zu verhindern. Für Pferde, die in betroffene Gebiete reisen wird die
Impfung gegen WNV empfohlen.

Um einer Übertragung der West-Nil Viren vorzubeugen, sollte man sich in betroffenen Gebieten vor Insektenstichen schützen.

Quelle: www.tierseucheninfo.niedersachsen.de